Tanzfestival Bielefeld Workshops

Das Tanzfestival Bielefeld kombiniert qualifizierten Tanz- und Choreographie-Unterricht internationaler Dozentinnen und Dozenten mit Aufführungen moderner Tanzensembles aus aller Welt. Es spricht Menschen mit unterschiedlicher kultureller und tanzfachlicher Vorbildung vom Anfänger bis zum Profi an. Das Festival ist in jedem Jahr ein großes Ereignis für die gesamte Region und darüber hinaus ein Anziehungspunkt für Tanzbegeisterte aus aller Welt. Fünf Tanzstudios werden in der Rudolf-Oetker-Halle eingerichtet, die während des restlichen Jahres als Konzerthaus insbesondere für Klassische Musik dient. Doch immer in den ersten zwei Wochen der NRW-Sommerferien verwandelt sich die Halle mit ihrer einmaligen Atmosphäre in ein lebendiges, brodelndes Tanzzentrum. Zusätzlich finden in den DansArt Studios die Pilates- und Body-Mind Centering-Kurse statt.

Die Dozenten & Workshops 2022

Tchekpo Dan Agbetou: Afro Contemporary / Modern Jazz
Ulla Agbetou: Modern Jazz Kids + Teens
Dhélé Agbetou: Old School – New Style / Hip Hop Kids + Teens
Abby Aouragh: Dancehall
Geraldine Armstrong: Jazz Dance
Dheeraj Asarfi: Modern Jazz
Jean-Hugues Assohoto: Modern Dance
Eli Ayala: Flamenco
Wayne Barbaste: Modern Jazz
Tony Buondancer: Tap Dance
Danilo Cardoso: Contemporary Partnering / Floorworks
Susanne Dickhaut: Pilates
Enussah: Orientalischer Tanz
Roberta Fontana: Contemporary
Nestor Gahé: Afrikanischer Tanz
Kristina Grigorova: Klassisches Ballett
Kevosh: House Dance
Bakary Koné: Afrikanisches Trommeln
Gerda König und Gitta Roser: Mixed Abled
Lambrini Konstantinou: Body-Mind Centering
Lécio Leal: Samba Brasil
Rosemary Neri-Calheiros: Tanz 55 +
Luis Paulino: Salsa Movement
Gaetano Posterino: Contemporary
Raksan: Contemporary Oriental Dance
Rayboom: Hip Hop
Janderson ”Afro“ Dos Santos: Brasilianisches Trommeln
Odile Seitz-Walser: Body-Mind Centering
Daniel Lee Spurr: Hip Hop New Style / Lyrical
Matthew Hashemian Thomas: Klassisches Ballett / Ballett Teens
Magali Vérin: Modern Horton Technique
Angélique Wickersheimer: Yoga for Dancers

tanzfestival-bielefeld.de

Finale des Tanzfestival Bielefeld

Abschlusspräsentation der Teilnehmenden unter der Leitung der Dozenten

Teilnehmende, die zwei Wochen lang die Säle der Rudolf-Oetker-­Halle ­belebt haben, zeigen unter der Leitung ihrer Dozentinnen und Dozenten beeindruckende Performances – von Klassischem Ballett bis Hip Hop. Zum furiosen Finale des Tanzfestivals präsentieren die Kursteilnehmer­innen und -teilnehmer Choreografien, die sie in den Workshops erlernt ­haben.

tanzfestival-bielefeld.de/Finale

Theater Pforzheim (D)

© Cie Calabash

Brahms – Glaube Liebe Hoffnung
Wolken, die uns nicht tragen
Beethoven. Unerhört. Grenzenlos.

Glaube, Liebe, Hoffnung: ohne sie kann kein Mensch leben. Zum Beginn des Abends stellt Guido Markowitz die drei universalen seelischen Grundhaltungen des Menschen ins Zentrum eines neuen Balletts. Sie werden als drei Bühnenfiguren dargestellt und durch assoziationsreiche Tanzhandlungen greifbar.

Im zweiten Stück verwebt Damian Gmür existenzielle menschliche Erfahrungen zu einer komplexen Choreografie, dessen Ausgangspunkt der ­Umgang der Menschen mit Verlust ist: von Wut über Melancholie bis zu Akzeptanz und Hoffnung.

„Beethoven. Unerhört. Grenzenlos.“ schließt den dreiteiligen Abend mit beeindruckender thematischer Kohärenz ab. Dabei werden Themen fortgeführt, die in beiden vorherigen Stücken ebenso aufgegriffen wurden: der menschliche Umgang mit Emotionen und die existenziellen Fragen, die sich daraus ergeben.

tanzfestival-bielefeld.de/theater-pforzheim

Kodance/&Ko (IT)

© Kodance/&Ko.

NOOM/69

Philosophie, Religion und Wissenschaft geben alle unterschiedliche Antworten auf die gleichen grundlegenden Fragen: Warum, Wie, Wann. Die obsessive und zwanghafte Suche nach Erklärungen war immer auf eine ­Eigenschaft des Menschen ausgerichtet, die im Laufe der ­Jahrhunderte Gerechtigkeit, Gutes, Wahrheit, Realität und Fantasie untersucht hat.
Ausgehend von der Fiktion bietet der Bühnenraum in NOOM/69 eine ­entspannende Untersuchung, einen Ort der Herausforderung, der An­kündigung, der Entdeckung und, warum nicht, der persönlichen Wahrheit. Die Performance suggeriert unmögliche Monologe, Personifikationen, ­außergewöhnliche Kollektive, surreale Bilder, Zyklen, alles unter dem wachsamen Auge von SELENE. „Die dunkle Luft wird leuchtend vor ­ihrer goldenen Krone und den Strahlen, die sie erleuchten, wenn er aus dem Meer die göttliche SELENE hell gekleidet trug.“

53 Jahre sind vergangen, seitdem der erste Mensch auf dem Mond war. Es war der 20. Juli 1969, als Neil Armstrong seinen Fuß auf den Mond­boden setzte, während die Welt im Fernsehen zuschaute. Aber was haben wir wirklich gesehen? „Kunst reproduziert nicht das Sichtbare, sondern macht sichtbar, was nicht sichtbar ist.“ (Paul Klee, 1920)

tanzfestival-bielefeld.de/Kodance/&Ko

Cie EgriBiancoDanza (IT)

Leonardo da Vinci: Anatomie Spirituali

Eine choreografische und choreologische Arbeit, in der der gesuchte ­Körper zwischen Stille und Bewegung erscheint, wird zur Geschichte von sich selbst und etwas Anderem ohne reale und konkrete Erzählung. Unser Körper wird in seiner Fleischlichkeit und seinem Blut von einem Geist geleitet und von einem Herzen belebt. Wenn wir jedoch tiefer nachdenken, in welcher Beziehung stehen wir zu den Bereichen unseres Körpers? Welche möchten wir verstecken? Welche lieben wir? Welche stehen der Welt gegenüber, und welche kommen verborgen in diese? Welche Bereiche des Körpers korrespondieren mit der der Stärke und der Arroganz und welche mit der Fragilität in zwischenmenschlichen Beziehungen?

Die Untersuchung des Körpers der Tänzerinnen in einem echten Sezierprozess bietet dem Publikum einen choreographischen Weg mit esoterischen Perspektiven an – ein mysteriöses Ritual, aus dem manchmal ­surreale, verspielte, komische, poetische und schockierende Wahrheiten ­entstehen. Ein kreativer Prozess, der sich zwischen den Klängen der Natur (einer für Leonardo wichtigen Dimension) und Anklängen an die Musik der Renaissance entfaltet.

tanzfestival-bielefeld.de/Cie EgriBiancoDanza

Cie Calabash (F)

© Cie Calabash

Dans La Foule

Durch das kollektive Gedächtnis berühren und unsere Sinne alarmieren. Schweben mit den Räumen, die uns noch bleiben, dem Körper seinen rechtmäßigen Platz geben. Eine Infragestellung von Begegnungen zwischen Menschen und dem Platz, den wir in unserer Gesellschaft hinterlassen haben. Welchen Platz nimmt das Individuum in einem Kollektiv ein? Welchen Platz nimmt die Gesellschaft in einer individuellen Welt ein? Ist der öffentliche Platz immer öffentlich? Und wie werden wir diesen Raum besetzen? Was sind unsere Entscheidungen?

Eine interaktive Arbeit, die Spiele aufstellt, und Bilder aufnimmt, in denen sich die Tänzerinnen und Tänzer entwickeln. Eine Hinterfragung des Jazztanzes in seinen Entwicklungsmöglichkeiten und seiner Inspiration aus seinen Ursprüngen und seinem Erbe, in einer entschieden zeitgenössischen Wahrnehmung. Als solches wird das Schöpfungswerk in die Transversalität der Künste gestellt. Der kreative Prozess ist Teil einer seit 2000 initiierten Forschung mit dem Titel „Danse Jazz Nouveau Concept“ des Choreografen Wayne Barbaste. Szenografie und Video unterstützen eine Geste, die die Entstehung eines Jazztanzes beschreibt, der sowohl innovativ ist als auch seine Differenz in seinem Verhältnis zur Raumzeit erfasst.

tanzfestival-bielefeld.de/Cie Calabash

Posterino Dance Company (IT)

© Andreas Kullmann

Mondo Paradiso | Love me if you can!


Die erste Performance des Abends, „Mondo Paradiso“, wird durch ­viele narrative Ebenen strukturiert, in denen sich Tanz und Videobild ineinandergreifend verzahnen. Das Thema „Plastik“ wird den Raum prägen, in dem sich die Tänzerinnen und Tänzer bewegen. „Es geht um Zerstörung und Erneuerung, auch um die Begrenzung des Körpers, und damit um die Begrenzung des Lebens“, erklärt Bühnenvideoregisseur und Choreograph Gaetano Posterino; „Mit Mitteln des Tanzes wollen wir der Dringlichkeit des Themas der Umweltzerstörung Nachdruck verleihen.“ Aus Plastik sind dabei Tutus, neckische Accessoires und Tüten über den Köpfen der Tänzerinnen und Tänzer, die ihnen – und dem Publikum – den Atem rauben.

Die zweite Performance des Abends dreht sich um die ewigen Motive Einsamkeit, Sehnsucht und die Suche nach Liebe. Eine Frau durchlebt Liebe, Ablehnung, Hass und Leidenschaft, und macht sich anschließend auf die Suche nach ihrer Identität und ihrem eigenen Weg. In einer dynamischen, flotten Tanzrunde zu Soulmusik aus den 60er Jahren sind die ­Tänzerinnen und Tänzer hautnah und individuell in einer modern-neoklassischen ­Choreographie zu erleben. Ein Kaleidoskop, das gute Laune macht – und am Ende doch verstummt.

tanzfestival-bielefeld.de/PosterinoDanceCompany

CIA BAAL (ES)

© Alvaro Maldonado

GINOIDE

New London 2029. In einer globalen Gesellschaft, in der persönliche Beziehungen ein Privileg sind, finden wir den Technischen Leiter eines multinationalen Unternehmens, Augustin. Versunken in einer ­Arbeitsroutine, die ihn an den Rand der Leere bringt, lebt Augustin in Angst. Um die ­Monotonie zu durchbrechen, sucht er nach jemandem, der sich in seine repetitiven Lebenszyklen integrieren kann. GINOIDE ist ein Roboter mit weiblicher Ähnlichkeit, der hauptsächlich für sexuelle Zwecke entwickelt wurde. Nana – Augustins neue Partnerin – wurde nach den stereo­typischen Grundprinzipien gebaut, die Frauen objektivieren; Regeln, die in unserer neoliberalen Gesellschaft vorherrschen; eine Gesellschaft, in der der Konsum die Normen vorgibt, denen unsere Körper, ob echt oder unecht, zu gehorchen haben. Die seltsame Beziehung zwischen Menschen und Roboter wird durch eine neue Situation verändert: ein drittes Element schneidet in ihre Beziehung ein. Dies führt Nana dazu, ihre eigene Existenz in Frage zu stellen.

Inspiriert von Serien und Filmen wie The Handmaid’s Tale, Black Mirror und Ex-Machina, lässt die Beziehung zwischen Nana und ihrem Besitzer Augustin sowohl über sentimentale als auch sexuelle Beziehungen nachdenken. Wohin steuert die Menschheit? Was wird mit der Fortpflanzung unserer Spezies geschehen? 

tanzfestival-bielefeld.de/Cia BAAL